Wer den KI-Chatbot wechselt, möchte möglichst wenig von dem verlieren, was sich über längere Zeit angesammelt hat. Bei intensiver Nutzung kennt das bisherige System oft Arbeitsweisen, wiederkehrende Aufgaben oder bevorzugte Formulierungen. Dieses Kontextwissen steht beim Wechsel zu einem anderen Anbieter zunächst nicht automatisch zur Verfügung.
Zwei Wege können den Umstieg erleichtern:
- Gespeicherte Erinnerungen exportieren: Viele Chatbots bieten in ihren Einstellungen eine Übersicht darüber, welche Informationen sie dauerhaft über Nutzende gespeichert haben. Die dort hinterlegten Angaben lassen sich kopieren und anschließend als Grundlage für die Einrichtung des neuen Systems verwenden.
- Den bisherigen Chatbot selbst zusammenfassen lassen: Alternativ kann man ihn auffordern, möglichst detailliert aufzulisten, was er über die eigenen Arbeitsweisen, Präferenzen und wiederkehrenden Anforderungen gelernt hat. Das Ergebnis sollte anschließend geprüft und gegebenenfalls bereinigt oder ergänzt werden.
Aufwendiger ist der Wechsel bei Projekten, Custom GPTs, Skills oder hinterlegten Dateien. Solche Strukturen lassen sich meist nicht direkt übertragen. Anweisungen, Prompts und Dokumente müssen daher häufig manuell gesichert und im neuen System eingerichtet werden.
Gerade für die professionelle Recherche sollte man auch bewährte Standard-Prompts nach einem Wechsel neu testen. Unterschiedliche Modelle können identische Anweisungen anders interpretieren, Quellen unterschiedlich verarbeiten oder bestimmte Funktionen nicht unterstützen. Ein bislang zuverlässiger Recherche-Workflow kann deshalb im neuen System angepasst werden müssen.
Von Ida Kandler
Quelle: BR, 14.08.2026, von Gregor Schmalzried
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