Mit OpenAIs Veröffentlichung von GPT-5.5 Ende April änderten sich auch die Empfehlungen für wirksames Prompting: Das Modell ist stärker als eigenständig arbeitender KI-Agent ausgelegt, der Aufgaben planen und über längere Schritte hinweg bearbeiten kann. Entsprechend empfiehlt OpenAI einen anderen Prompting-Ansatz.
Statt ältere, oft stark prozessgesteuerte Prompts zu übernehmen, soll mit möglichst knappen, zielorientierten Anweisungen begonnen werden. Kürzere, ergebnisorientierte Prompts sollen demnach besser funktionieren als komplexe Prompt-Stacks aus früheren Modellgenerationen. Die Grundidee: Ergebnis, Erfolgskriterien, Einschränkungen und relevanten Kontext sollen definiert, der Lösungsweg aber weitgehend dem Modell überlassen werden. Zu detaillierte Vorgaben können laut OpenAI die Effizienz des Modells sogar ausbremsen. Empfohlen wird außerdem, Prompts mit einer klaren Rollenbeschreibung und Kontextualisierung zu starten.
Für faktische Aufgaben rät OpenAI, Quellenanforderungen explizit im Prompt festzulegen: welche Aussagen belegt werden müssen, was als Evidenz gilt und wie mit fehlenden Nachweisen umzugehen ist. Bei kreativen oder hybriden Aufgaben wie Präsentationen oder Marketingtexten sollte zudem klar getrennt werden, welche Inhalte quellenbasiert und welche frei ausformuliert sein dürfen.
Von Ida Kandler
Quelle: The Decoder, 26.04.2026, von Matthias Bastian
