Der aktuelle Economic Index Report von Anthropic untersucht anhand von Daten aus dem Februar 2026, wie sich die Nutzung des KI-Modells Claude im wirtschaftlichen Umfeld verändert. Die Analyse zeigt, dass der Einsatz insgesamt breiter, zugleich aber weniger spezialisiert wird.
Ein zentrales Ergebnis betrifft den Einfluss von Erfahrung: Personen, die schon länger mit Claude arbeiten, erzielen messbar bessere Ergebnisse. Sie interagieren häufiger in iterativen Prozessen statt nur einfache Befehle zu geben und nutzen das System vermehrt für berufliche und komplexere Aufgaben. Unter vergleichbaren Bedingungen liegt ihre Erfolgsquote etwa 4 Prozentpunkte über der von Einsteigern. Erfahrene und zahlende Nutzer greifen zudem gezielt auf leistungsstärkere Modelle zurück, wenn sie anspruchsvolle Aufgaben bearbeiten.
Die Studie weist außerdem auf potenzielle Ungleichheiten hin: Da effektive KI-Nutzung eine erlernbare Kompetenz ist, könnten frühe und erfahrene Anwender überproportional profitieren. Dieses Muster entspricht dem Konzept des „skill-biased technological change“, bei dem technologische Fortschritte vor allem qualifizierte Nutzer begünstigen und bestehende Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt verschärfen können.
Von Frederic Simon
Quelle: The Decoder, 28.03.2026, von Jonathan Kemper
![© [2025] [𝘒𝘐-𝘎𝘦𝘯.] 𝘔𝘢𝘳𝘤𝘦𝘭 𝘖𝘩𝘳𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘭𝘭. 𝘉𝘢𝘴𝘪𝘦𝘳𝘦𝘯𝘥 𝘢𝘶𝘧 𝘞𝘦𝘳𝘬𝘦𝘯 𝘷𝘰𝘯 𝘈𝘯𝘥𝘳𝘦𝘢𝘴 𝘖𝘩𝘳𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘭𝘭.](https://research-ki.de/wp-content/uploads/2026/02/an_owl_flying_through_an_ancient_library_detailed_real_899d3aeb-dd1d-426c-85b0-6ba097e6d7ea_1.png)