Ein denkbares Einsatzfeld für KI-Unterstützung bei der Recherche ist das Wettbewerbermonitoring. Für einen Kunden aus der Lebensmittelbranche verglichen wir Anbieter von Vending-Automaten und erstellten eine Empfehlung anhand vorgegebener Parameter.
Zunächst erfolgte die Recherche manuell, anschließend glichen wir die Ergebnisse mit ChatGPT und Perplexity ab. Beide Tools ergänzten die Daten in den Vergleichstabellen, teils jedoch fehlerhaft. Insgesamt zeigte ChatGPT höhere Präzision: Es lieferte zusätzliche Angaben zu einem Automatenmodell und -volumen, die wir bei der manuellen Recherche übersehen hatten. In den Tagen nach der manuellen Analyse hatten sich zudem einige Preise geändert, was die KI-Modelle auch feststellten. ChatGPT lieferte jedoch auch einige nicht verifizierbare Informationen.
Bei der Empfehlung überzeugte ChatGPT stärker: Es strukturierte die Analyse entlang verschiedener Gesichtspunkte, ohne entsprechende Vorgaben, und gab praxisnahe Hinweise für die Kundenentscheidung. Im neuen „Thinking“-Modus traten weniger Fehler auf und es wurden mehr Informationen bereitgestellt.
Unser Fazit: Aus Research-Sicht eignet sich ChatGPT 5 gut zur Qualitätskontrolle eigener Wettbewerbsanalysen – insbesondere im „Denkmodus“, der im Abo wählbar ist. Dennoch sollten Angaben stets überprüft werden.
Unsere Empfehlung bei derartigen Fragestellungen: KI sollte beim Wettbewerbsmonitoring erst nach einer eigenen Recherche eingesetzt werden. Für Fakten und Zahlen bleibt sie relativ unzuverlässig, bietet aber Mehrwert bei kreativen Aufgaben wie Brainstorming oder Empfehlungen – auch wenn dies zunächst kontraintuitiv wirkt.
Von Maria Kleiner
