Wie verlässlich ist KI bei aktuellen Informationen? Ein Test zur Kommunalwahl in Bayern

Wie gut können Sprachmodelle mittlerweile ganz aktuelle Inhalte ausgeben, die aus dem Web stammen? Ob sich hier inzwischen Fortschritte abzeichnen, wollten wir anhand eines konkreten Beispiels untersuchen: den Kommunalwahlen in Bayern am 8. März bzw. Bürgermeister-Stichwahlen am 22. März. Wir haben geprüft, wie gut Googles KI-Modus und Perplexity Wahlergebnisse ausgeben können.

Dazu haben wir unsere Tests sowohl für größere Städte als auch für kleinere Gemeinden, für die es wenig Informationen in der Presse gibt, durchgeführt und dabei unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Insgesamt zeigten sich bei Googles KI-Modus und Perplexity sehr ähnliche Stärken und Schwächen.

Gut abrufbar waren vor allem prominente Informationen – etwa, wer Amtsinhaber oder Amtsinhaberin ist, wer nicht mehr kandidiert hat oder wer abgewählt wurde. Auch bei Fragen nach dem Amtsinhaber ohne Hinweis auf die kürzlich stattgefundenen Wahlen wurde in allen Fällen auf die Wahl bzw. die in Kürze endende Amtszeit hingewiesen. Die prozentualen Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen sowie etwaiger Stichwahlen wurden überwiegend korrekt wiedergegeben. Darüber hinaus lieferten die KI-Anwendungen stimmige allgemeine Einschätzungen, beispielsweise zur Wahlbeteiligung oder zur stärksten politischen Kraft.

Deutlich mehr Schwierigkeiten zeigten sich hingegen bei detaillierteren Fragen zu den Gemeinde- oder Stadträten. Hier kam es häufiger zu Ungenauigkeiten: Prozentwerte wurden teilweise nicht angegeben, Sitzverteilungen waren nicht immer korrekt und einzelne Angaben wiesen kleinere Fehler auf. So konnte es vorkommen, dass beispielsweise nur der Vorname eines Politikers falsch war. Auch konkrete Zahlen zur Wahlbeteiligung wurden nicht immer geliefert, obwohl eine allgemeine Einordnung meist problemlos möglich war.

Unser Fazit: Insgesamt geben die KI-Anwendungen viele Informationen korrekt wieder und auch überblicksartige Einschätzungen sind korrekt. Dennoch treten immer wieder kleinere Fehler auf. Gerade diese Mischung aus weitgehend richtigen Angaben und punktuellen Ungenauigkeiten kann problematisch sein, da Fehler leicht übersehen werden können und unkritisch übernommen werden. Umso wichtiger bleibt es daher, die ausgegebenen Informationen sorgfältig zu überprüfen. Für eine detailliertere Recherche, bei der Sitzverteilungen, Namen und Prozentwerte exakt aufbereitet werden müssen, bringt die Arbeit mit den KI-Modellen daher keine Zeitvorteile im Vergleich zu einer Recherche direkt in den Primärquellen (Webseiten der Städte bzw. Gemeinden).

Trotz der bestehenden Herausforderungen bewerten wir die Entwicklung insgesamt positiv, was die Integration ganz aktueller Entwicklungen in die Ausgabe der Antworten betrifft.

Von Markus Hoffmann

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