KI-Nutzung ohne ausreichende Daten- und Governance-Grundlagen?

© 𝘈𝘯𝘥𝘳𝘦𝘢𝘴 𝘖𝘩𝘳𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘭𝘭

Während Unternehmen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz konsequent ausweiten, wird der Ausbau robuster Daten-, Sicherheits- und Governance-Strukturen häufig vernachlässigt. Zu diesem Befund kommen sowohl eine globale Studie des Datenmanagement-Anbieters Informatica als auch eine Untersuchung der internationalen Normierungsorganisation British Standards Institution (BSI).

Die Informatica-Studie, basierend auf einer Befragung von rund 600 Chief Data Officers und Datenverantwortlichen, zeigt: Knapp 70 % der Unternehmen setzen KI bereits produktiv ein. Gleichzeitig geben aber rund 60 % an, dass Defizite in der Datenqualität und -verlässlichkeit den effektiven Einsatz erschweren. Zudem sehen fast 80 % eine zunehmende Lücke zwischen bestehenden Vorgaben zu Datenschutz, IT-Sicherheit und Ethik und der tatsächlichen KI-Nutzung im Arbeitsalltag.

Ein ähnliches Bild ergibt sich aus der BSI-Untersuchung, die mehr als 100 Geschäftsberichte sowie eine Befragung von über 850 Führungskräften auswertet. Zwar planen 61 % der deutschen Führungskräfte, ihre KI-Investitionen 2026 zu erhöhen, doch verfügen nur 25 % der Unternehmen über ein Sicherheitskonzept. Verbindliche Standards für neue KI-Tools sind lediglich bei rund einem Drittel etabliert, und weniger als 40 % prüfen Risiken bei neuen KI-Tools systematisch.

In der Gesamtschau unterstreichen beide Studien, dass Investitionen in die Technologie allein nicht ausreichen, um KI nachhaltig in Unternehmen zu verankern. Entscheidend sind verlässliche Datenstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und Kompetenzen sowie die Fähigkeit, KI-gestützte Ergebnisse kritisch zu bewerten. Der frühzeitige Aufbau dieser Grundlagen ist eine zentrale Voraussetzung für einen verantwortungsvollen und langfristig erfolgreichen KI-Einsatz.

Von Ida Kandler

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