OpenAI prüft Werbung in ChatGPT

© 𝘈𝘯𝘥𝘳𝘦𝘢𝘴 𝘖𝘩𝘳𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘭𝘭

Während sich OpenAI-CEO Sam Altman Anfang 2025 noch kritisch zur Idee äußerte, dass KI-Antworten durch Werbung beeinflusst werden könnten, prüft OpenAI derzeit die Einbettung von Werbung bzw. gesponserten Inhalten in ChatGPT. Die Anzeigen sollen dabei auf persönlichen Gesprächsverläufen basieren.

Obwohl ChatGPT im Jahr 2025 seinen Umsatz steigern konnte, verzeichnet das Unternehmen aufgrund hoher Kosten für Forschung, Entwicklung sowie Betrieb auch Verluste. Die Vielzahl täglicher Anfragen erfordert erhebliche Rechenleistungen, die mit erhöhten Ausgaben in Verbindung stehen.

Noch ist nicht abschließend bekannt, wann und in welcher Form Werbung konkret eingesetzt wird; zunächst soll sie jedoch in den USA ausgerollt werden. Vorgesehen ist der Einsatz in der kostenlosen Version sowie in der günstigeren Abostufe ChatGPT Go.

Dabei gibt es unterschiedliche Überlegungen zur Einbettung der Werbung. Diese könnte beispielsweise in Form einer Seitenleiste neben der Antwort erscheinen, als solche gekennzeichnet in die Antwort integriert werden oder erst in einem zweiten Schritt angezeigt werden, wenn Nutzende weiterführende Informationen zu einem Thema abrufen möchten. Perspektivisch ist zudem denkbar, dass Nutzende direkt mit Werbetreibenden in Kontakt treten können, etwa mit einem von ChatGPT vorgeschlagenen Hotel.

Für den Einsatz von Werbung in ChatGPT hat OpenAI einige Richtlinien formuliert, um Nutzende zu schützen: Unter anderem verpflichtet sich ChatGPT, dass

  • keine Werbung bei politischen Themen ausgegeben wird,
  • Werbeanzeigen klar gekennzeichnet sind,
  • Werbetreibende keinen Zugriff auf Gesprächsinhalte erhalten, sowie
  • personalisierte Werbung deaktivierbar sein soll.

Was heißt das konkret für den KI-Einsatz in der professionellen Recherche?
Durch die zunehmende Personalisierung von Inhalten besteht die Gefahr, dass relevante Informationen leichter übersehen werden und Nutzende langfristig in eine Informationsblase geraten. Daher ist bei der Arbeit mit KI-Tools eine erhöhte Sensibilisierung für gesponserte Inhalte notwendig. Zudem empfiehlt es sich, mehrere Werkzeuge und Recherchewege zu nutzen, um einen möglichst umfassenden und ausgewogenen Überblick zu erhalten.

Von Ida Kandler

Entdecke mehr von Recherche-KI

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen