KI-Textdetektoren sollen maschinell erzeugte Inhalte identifizieren. Eine aktuelle Untersuchung von Epoch AI zeigt jedoch, wie stark ihre Aussagekraft vom Entstehungsprozess eines Textes abhängt. Getestet wurden Pangram, GPTZero und Originality.ai mit 495 nachweislich vor dem Start von ChatGPT veröffentlichten menschlichen Textpassagen sowie jeweils 297 KI-Texten aus einfachen Prompts und 297 KI-Texten, die gezielt den Stil realer Autorinnen und Autoren imitierten.
Bei direkt erzeugten KI-Texten arbeiteten die Detektoren nahezu fehlerfrei und stuften sie als solche in 99% bis 100 % der Fälle korrekt ein. Sobald die KI-Modelle jedoch fünf Textproben eines Autors erhielten und dessen Stil nachahmten, sank die Erkennungsrate deutlich. Pangram übersah 10%, GPTZero 11% und Originality.ai 18% der stilimitierten Texte. Besonders problematisch war wissenschaftliches Schreiben: Hier blieben je nach Detektor 24% bis 29% der KI-Texte unerkannt. Somit war ausgerechnet akademisches Schreiben, bei dem die KI-Detektion wohl am häufigsten angewendet wird, am schwierigsten zu identifizieren.
Das Ergebnis verweist auf ein grundsätzliches Problem: Detektoren erkennen keine Urheberschaft, sondern statistische Muster. Werden typische KI-Merkmale durch Stilvorgaben, Überarbeitung oder Paraphrasierung abgeschwächt, sinkt die Trefferquote. Mit jeder neuen Modellgeneration und jeder neuen Methode zur Textüberarbeitung kann sich zudem verändern, welche sprachlichen Signale überhaupt noch als charakteristisch für KI-Texte gelten.
Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommt auch frühere Forschung:
- So zeigte beispielsweise eine Studie aus dem Jahr 2025, dass Paraphrasierung die Erkennungsleistung mehrerer Detektoren drastisch reduzieren kann. Die Forschenden untersuchten insgesamt 19 sogenannte Humanizer- und Paraphrasierungswerkzeuge. Dabei offenbarte sich, dass viele etablierte Detektoren umformulierte KI-Texte deutlich schlechter erkennen.
- Warum das so ist, erklärt eine weitere Studie aus dem Vorjahr. Demnach verschieben sich die Texte durch das Paraphrasieren semantisch von ihrem Ausgangsmaterial weg, bestimmte sprachliche Erzeugungsmuster bleiben aber dennoch bestehen. Als Folge entsteht eine Art Zwischenbereich, den Detektoren nur schwer einordnen können.
Was bedeutet das für den KI-Einsatz in der professionellen Recherche?
Allein ein Detektorwert sollte niemals als Beweis für menschliche oder maschinelle Urheberschaft gelten. Für die professionelle Recherche sind Herkunftsnachweise, überprüfbare Quellen, Versionsverläufe und eine transparente Dokumentation des KI-Einsatzes belastbarer. Detektoren können höchstens ein Warnsignal liefern, das weitere Prüfungen auslöst. Entscheidend bleibt nicht, ob ein Text „nach KI klingt“, sondern ob Aussagen belegt, Quellen nachvollziehbar und Schlussfolgerungen fachlich überprüfbar sind.
Von Maria Kleiner
![© [2025] [𝘒𝘐-𝘎𝘦𝘯.] 𝘔𝘢𝘳𝘤𝘦𝘭 𝘖𝘩𝘳𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘭𝘭. 𝘉𝘢𝘴𝘪𝘦𝘳𝘦𝘯𝘥 𝘢𝘶𝘧 𝘞𝘦𝘳𝘬𝘦𝘯 𝘷𝘰𝘯 𝘈𝘯𝘥𝘳𝘦𝘢𝘴 𝘖𝘩𝘳𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘭𝘭.](https://research-ki.de/wp-content/uploads/2026/02/an_owl_and_a_ai_robot_face_looking_at_eachother_ink_dr_97be154f-096b-4b60-a995-3533b440c3e8_1.png)