Bundestag entwickelt einen eigenen KI-Chatbot

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Der Deutsche Bundestag will bis Ende 2026 einen eigenen KI-Chatbot für Abgeordnete und Mitarbeitende bereitstellen. Er soll bei typischen Wissens- und Textaufgaben unterstützen – etwa bei der Transkription gesprochener Inhalte, der sprachlichen Überarbeitung von Texten, der Vorbereitung von Vorträgen oder beim Sortieren von Standardanfragen. Ein weiteres Anwendungsfeld ist zudem das Sortieren von Bürgeranliegen, deren Anzahl in letzter Zeit zugenommen hat.

Ein zentrales Ziel ist es, die bereits bestehende Nutzung externer KI-Dienste durch eine kontrollierte Alternative zu ersetzen. Die technische Lösung eines Berliner Start-ups kann dafür unterschiedliche große Sprachmodelle einbinden. Gleichzeitig sollen personenbezogene Daten automatisch maskiert werden, bevor Anfragen an das jeweilige KI-Modell gelangen. Die Nutzungsvorgaben orientieren sich an dem AI Act, sodass die Eingabe personenbezogener Daten verboten ist und für KI-generierte (Rede-)texte die Kennzeichnungspflicht gilt.

Interessant für Unternehmen und andere Organisationen ist vor allem das Governance-Konzept: Nutzer erhalten individuelle Zugänge, müssen vor der Freischaltung eine Schulung absolvieren und Nutzungshinweise unterzeichnen. Die Verantwortung für die Ergebnisse bleibt bei den Nutzenden.

Das Projekt zeigt damit einen möglichen Ansatz für den professionellen KI-Einsatz: Statt Beschäftigte auf selbst gewählte frei verfügbare Tools ausweichen zu lassen, können Organisationen zentrale Anwendungen bereitstellen, bei denen Datenschutz, Zugriffsrechte und Nutzungsregeln von Beginn an berücksichtigt werden.

Von Maria Kleiner

Quelle: Heise, 23.09.2026, von Stefan Krempl

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